Vivos voco.
Mortuos plango.
Fulgura frango.

Ich rufe die Lebenden.
Ich beklage die Toten.
Ich breche die Blitze.

Seit 1599 prägt die geheimnisvolle Wirkung des Glockenklanges das älteste österreichische Familienunternehmen. Das Geheimnis der Glockenberechnungen wird sorgfältig gehütet, durch Forschungen laufend erweitert und immer wieder vom Vater auf den Sohn vererbt – als eine Tradition, die über 14 Generationen erhalten blieb.

Verzierungskunst

Die Bildhauerinnen der Glockengießerei GRASSMAYR verleihen Kundenideen eine einzigartige Form. Mit viel handwerklichem Können gestalten sie persönliche Handschriften, fantasievolle Kronen und kunstvolle Reliefs, die jede Glocke zu einem unverwechselbaren Einzelstück machen.

Glockenornamentik

Ungefähr ab dem 12. Jahrhundert wurden Glocken von Gießern verziert. Anfangs erfolgte die Modellierung der Schriften und Ornamente durch Auftragen von Wachsschnüren auf der Glockenform oder durch Einritzen in der Lehmform. Im Laufe der Zeit setzte sich das Auftragen von Verzierungen aus Wachs auf den mittleren Formteil, der so genannten „Falschen Glocke“, durch.

Glockenkrone

Glockenkronen entwickelten sich aus der technischen Notwendigkeit, die Glocken auf einem Joch oder Balken befestigen zu können. Im Laufe der Jahrhunderte wurde dieser „Montageteil Krone“ von manchen Gießern weiter entwickelt und mit Figuren oder Ornamenten verziert.

Glockengröße

Je größer eine Glocke ist, desto tiefer ihr Schlagton. Eine Glocke mit dem Ton a/3 wiegt ca. 8 kg, während eine wesentlich tiefer klingende a/0 Glocke ca. 4 Tonnen wiegt.

Mit der Kraft der Tradition ...

und der Sehnsucht nach der „Stradivari unter den Glocken“ werden in der Glockengießerei GRASSMAYR Erfahrungen vergangener Zeiten mit Experimenten und wissenschaftlichen Forschungen verschmolzen.

„Soli Deo Gloria“

„An Gottes Segen sei alles gelegen“ waren die ersten Worte im Wanderbuch des Bartlme GRASSMAYR.

Glockenguss

Ein Höhepunkt und spannender Moment bei der Herstellung von Glocken ist nach wochenlangen Vorarbeiten (Erstellung der Glockenformen) jeweils der Glockenguss. Mit einer Temperatur von ca. 1.100 °C fließt die flüssige Bronze in die Lehmformen.

Für den Segen wird vor dem Guss gebetet. Beim Guss werden jeweils mehrere Glocken mit einem Gesamtgewicht von einigen Tonnen für verschiedene Länder gegossen.

„Wohlthätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht,
Und was er bildet, was er schafft,
Das dankt er dieser Himmelskraft;“


Friedrich Schiller,
Das Lied von der Glocke (1799)

„Von der Stirne heiß
Rinnen muß der Schweiß,
Soll das Werk den Meister loben!
Doch der Segen kommt von oben.

Friedrich Schiller,
Das Lied von der Glocke (1799)

Handwerkskunst aus Tirol

Die traditionsreiche Glockengießerei GRASSMAYR befindet sich an der Leopoldstraße im Innsbrucker Stadtteil Wilten. An diesem zentralen Standort vereint das Familienunternehmen die Glockengießerei mit einem Glockenmuseum.

Glocke als Musikinstrument

Das Geheimnis der GRASSMAYR-Glocke liegt in ihrer besonderen Konstruktion („Rippe“). Der Tonaufbau ist geprägt durch den akustisch hörbaren Schlagton, die Prime, die Oberoktave, die Quinte, die Terz und die Unteroktave. Die Herausforderung besteht darin, diese Teiltöne sowohl innerhalb einer Glocke als auch im Geläute mehrerer Glocken zueinander in klangliche Harmonie zu bringen.

Ein Wasserfall an Tönen

Schlägt man eine Glocke einmal an einer Stelle an, so erklingen über 50 Teiltöne. Würde man eine Glocke in viele dünne Ringe schneiden, so würde jeder Ring mit einem bestimmten Ton erklingen. Der Ton eines jeden Ringes ergibt sich aufgrund der Relation der Wandstärke zum Durchmesser. Eine Glocke erklingt daher in der Summierung vieler Ringe mit deren Tönen.

Tonanalyse

Im Rahmen der Qualitätskontrolle werden die Teiltöne der Glocken mit elektronischen Messgeräten auf Cent genau überprüft und abgestimmt. (Cent ist die Einheit für 1/100 eines Halbtones). Darüber hinaus kann eine umfassende Analyse der individuellen Klangeigenschaften einer Glocke - ein sogenannter musikalischer Fingerabdruck - erfasst und dokumentiert werden (z. B. von historischen Glocken).

Mystische Phänomene

Der Klang ein- und derselben Glocke kann als „fröhlich“ oder „traurig“ empfunden werden. Je nach Gemütslage werden bei traurigen Ereignissen die Moll-Akkorde, bei fröhlichen Anlässen die Dur-Akkorde der Glocke subjektiv wahrgenommen.

Slideshow

In über 100 Ländern der Welt
erklingen Glocken der Innsbrucker
Glockengießerei GRASSMAYR
zur Freude der Menschen.

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